Politikerinnen und Politiker besuchen Sportanlässe meist, um zu sehen und gesehen zu werden und begnügen sich mit der Zuschauerrolle. Nicht so die Zürcher Parlamentarierin Christine Huber, die sich in ihrer politischen Tätigkeit unter anderem in der gemeinderätlichen Gruppe Sport engagiert. Beim Armbrustschiessen des Thuner Stamms von Zürich griff sie am Samstag selbst zur Armbrust und gewann prompt den in Dübendorf ausgetragenen Wettkampf. Damit unterstrich die Stadtzürcherin auch die starke Präsenz der Frauen im Schiesssport: Im Vorjahr hatte die Steffisburgerin Maline Linder triumphiert; insgesamt war es der vierte Sieg einer Schützin in den vergangenen fünf Jahren.
Männerduo auf Augenhöhe
Hinter Christine Huber lieferten sich das Thuner-Stamm-Mitglied Geri Gugger und der Thuner Hans Streuli ein Duell auf Augenhöhe. Beide erzielten 39 Punkte; dank des besseren Wettkampfblatts mit einem Neuner mehr wurde Gugger als Zweiter ausgerufen.
Beim anschliessenden «Fulehung-Schuss», bei dem alle Teilnehmenden einen Schuss auf ein Bild des Schloss Thun abgaben, wiederholte sich das Duell. Wieder entschieden Millimeter zugunsten von Gugger: Mit 30 Distanzpunkten klassierte er sich einen Punkt vor Streuli. Diesem blieb der Trost, innerhalb der 2026 verhältnismässig kleinen Thuner Delegation der erfolgreichste Gastschütze zu sein.
Hinter dem Spitzenduo belegte Christine Huber mit 37 Punkten den dritten Platz. Vierte wurde Liliane Rohrbach, Fünfter Fritz Sterki.
Neuer Stammvater der Heimwehthuner
Obwohl sich die Heimwehthuner aus dem Kanton Zürich schon seit über 30 Jahren mit Gästen aus Thun im Armbrustschiessen duellieren, war der Wettkampf vom Samstag, 20. Juni 2026, ein besonderer Anlass: Erstmals führte Matthias Engel durch den Wettkampf. Der 47-jährige Exil-Thuner, der vor 25 Jahren aus Thun weggezogen ist und heute in der Stadt Zürich lebt, ist seit dem Frühling neuer Stammvater der Heimwehthuner.
Engel ist als ehemaliger Kadett noch immer stark mit Thun verbunden und während jedes Thuner Ausschiessets in den Altstadtgassen seiner Geburtsstadt anzutreffen. «Für mich ist es eine grosse Ehre, künftig die Stammrunden und weitere Aktivitäten wie das alljährliche Armbrustschiessen in Dübendorf zu organisieren sowie die Stiftung des General-Guisan-Preises sicherzustellen», sagt Engel, der im Berner Oberland auch als FC-Thun-Fan bekannt ist. Er löst als Stammvater Niklaus Reichenbach ab, der dem Thuner Stamm von Zürich seit 2020 vorstand.
Beim Thuner Stamm von Zürich handelt es sich um einen seit 1950 bestehenden Treffpunkt von nach Zürich ausgewanderten Heimwehthunern. In Thun ist er vor allem durch sein Engagement rund um den General-Guisan-Preis bekannt, der jeweils am Ausschiesset vergeben wird.
Rangliste Thuner Stich
1. Christine Huber (1984), 43 Punkte
2. Geri Gugger (1948), 39 Punkte
3. Hans Streuli (1956), 39 Punkte
4. Werner Schuler (1946), 37 Punkte
5. Rita Schuler (1954), 37 Punkte
Rangliste Fulehung-Schuss
1. Geri Gugger (1948), 30 Punkte
2. Hans Streuli (1956), 31 Punkte
3. Christine Huber (1984), 37 Punkte
4. Liliane Rohrbach (1948), 40 Punkte
5. Fritz Sterki (1950), 60 Punkte
21.06.26
Neuer Stammvater und erster Sieg einer Zürcher Politikerin

Der neue Stammvater Matthias Engel posiert mit der besten Armbrustschützin Christine Huber.






