Schweizer Schiesssportverband

Tag der Jugend: Die Zukunft des Schiesssports trifft sich in Chur

Während sich manche Teilnehmer zwischendurch die Füsse im kühlen Bach abkühlen, konzentrieren sich die Jungschützinnen und Jungschützen bereits auf ihren nächsten Einsatz: Sie messen sich am Tag der Jugend des 59. Eidgenössischen Schützenfests Chur – einem Anlass, den es in dieser Form nur selten gibt.

«Für viele Jugendliche gibt es kaum vergleichbare Wettkämpfe. Gerade deshalb ist dieser Tag etwas Besonderes», sagt René Weber, Medienchef des Eidgenössischen Schützenfests. Weil es nur wenige nationale Anlässe speziell für Jungschützinnen und Jungschützen gibt, ist die Vorfreude spürbar: Hier treffen sie Gleichaltrige aus der ganzen Schweiz, vergleichen sich sportlich und erleben die besondere Atmosphäre des Eidgenössischen Schützenfests.

Bereits bei der Waffenkontrolle wartet auf alle Teilnehmenden eine Überraschung: Der Schweizer Schiesssportverband (SSV) schenkt jedem eine robuste Rako-Box mit persönlichem Schreiben. Die in Bremgarten hergestellte Box dient zur Aufbewahrung von Schiesssportmaterial wie Gehörschutz oder Putzzeug und erinnert an ein ähnliches Geschenk am Eidgenössischen 2010. «Da kann man alles schön hineinlegen, das ganze Material verstauen», freut sich ein Jungschütze, während SSV-Geschäftsführer Silvan Meier die Boxen verteilt. Die Organisatoren wollten bewusst mehr als einen Pin oder Kugelschreiber abgeben. Im Vorfeld wurden die kantonalen Jungschützenleiter nach ihren Wünschen gefragt. Bluetooth-Lautsprecher oder Powerbanks standen zwar ebenfalls zur Diskussion, entschieden wurde sich aber für ein langlebiges Andenken, das es exklusiv nur am Tag der Jugend in Chur gibt.

Auch Mara (12) aus Chur ist begeistert. «Die Box finde ich mega cool», sagt sie und betrachtet ihr neues Erinnerungsstück. Ihr Bruder Luan (13) freut sich ebenfalls: «Man kann so viel darin verstauen. Die werde ich sicher brauchen.» Neben der Freude über das Geschenk steht natürlich der Wettkampf im Mittelpunkt. «Ich habe mir gar nicht viele Gedanken gemacht. Ruhig bleiben, schön schnufe», erzählt Florian Deubelbeiss nach seinem gewonnenen Programm in der Kategorie Gewehr 300m. Es helfe, wenn man wisse, dass nicht jeder Schuss eine Zehn sein müsse. Schade finde er allerdings, dass es keine eigentliche Jungschützen-Schweizermeisterschaft gebe, ähnlich wie kantonale Meisterschaften. Umso mehr bedeute ihm dieser Tag.

Bei der Rangverkündigung richtet OK-Präsident Martin Candinas den Blick in die Zukunft: «Ihr Jungschützinnen und Jungschützen seid die Zukunft der Schweiz und eure Präsenz macht diesen Tag zu einem Höhepunkt des Eidgenössischen Schützenfests.»

Auch der Präsident des Schweizer Schiesssportverbands Luca Filippini freut sich über die grosse Beteiligung trotz der hochsommerlichen Temperaturen. Er erinnert daran, dass Chur bereits vor 40 Jahren mit den elektronischen Scheiben eine Weltneuheit präsentierte und bis heute als Ort der Innovation gilt. In vier Jahren werde das nächste Eidgenössische Schützenfest stattfinden, die Vorbereitungen dafür liefen bereits an. «Ihr habt unseren Sport heute stolz gemacht.»

Sportlich bot der Tag der Jugend Höchstleistungen in allen Disziplinen. Im Gewehr-300m-Wettkampf der U21 sicherte sich Florian Deubelbeiss (AG) mit 2109 Punkten den Sieg vor Béla Schmid (TG) und Neljo Ganarin (FR), während bei der U15 Noah Vial (FR) mit 2030 Punkten triumphierte, dicht gefolgt von Remo Busenhart (SH) und Lejla Hasic (SG). In der Disziplin Gewehr 50m dominierte Daria Lazzarotto (ZH) das U17-U21-Finale mit 247.7 Punkten vor Carlo Wipfli (UR) und Silja Arnold (UR), während in der Kategorie U13-U15 Pablo Nastase (VD) mit 240.2 Punkten gewann, vor Aline Sara Meier (SO) und Nadine Jöhl (GL). Auch mit der Pistole über 25m wurde präzise geschossen: In der U17-U21-Kategorie sicherte sich Theodor Reimann (TG) mit 25 Punkten den Sieg vor Tobia Knupfer (GR) und Samuel Thurre (VS), und bei den U13-U15-Schützen setzte sich Fabian Hunn (AG) mit 14 Punkten an die Spitze vor Tim Plecas (TG) und This Maissen (ZH).

Während die letzten Jungschützen ihre Gewehre verpacken und die neue Rako-Box bereits mit Gehörschutz und Putzzeug gefüllt wird, kehrt auf dem Rossboden langsam wieder Ruhe ein. Das Vogelgezwitscher übernimmt erneut die Oberhand – bis das nächste Kapitel des Eidgenössischen Schützenfests beginnt.

(Chantal Gisler)

 

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