Nach dem Team-Gold vom Vortag sorgten die Schweizerinnen auch im Einzelwettkampf für starke Resultate. Allerdings blieb ihnen der ganz grosse Exploit verwehrt. Während Vivien Jäggi Bronze gewann und Ekaterina Chenikova als Vierte nur knapp am Podest vorbeischrammte, klassierte sich Emely Jäggi auf Rang 12.
Vivien Jäggi erzielte 625.8 Punkte und sicherte sich hinter der Polin Maja Magdalena Gawenda (627.8) und der Norwegerin Pernille Nor-Woll (627.5) die Bronzemedaille. Ekaterina Chenikova belegte mit 625.4 Punkten Rang vier und lag lediglich vier Zehntelpunkte hinter ihrer Teamkollegin. Emely Jäggi erreichte 622.6 Punkte und wurde Zwölfte. Alicia Beer klassierte sich auf Rang 25, Martina Herrli wurde 34.
Damit bestätigten die Schweizer Gewehr-Juniorinnen ihre starke Mannschaftsleistung vom Vortag. Nachdem bereits Gold in der Teamwertung Gewehr 50m liegend gewonnen worden war, klassierten sich nun zwei Schweizerinnen in den Top 4 und drei Athletinnen unter den besten zwölf der Welt.
Gewehr-Junioren ausserhalb der Top 30
Im Einzelwettkampf Gewehr 50m liegend klassierte sich Daniel Zürcher mit 615.3 Punkten auf Rang 38. Dorian Saillen belegte mit 613.7 Punkten Rang 44. Für die beiden Schweizer stand an der Weltmeisterschaft vor allem das Sammeln weiterer Erfahrungen auf internationalem Parkett im Vordergrund. Der Sieg ging an den Amerikaner Griffin Lake, der mit 632.1 Punkten einen neuen Junioren-Weltrekord aufstellte.
«Spannung bis zum letzten Schuss»
«Wir haben im Gewehr 50m immer hohe Erwartungen an uns selbst», sagt Nachwuchsleiterin Annik Marguet. Gleichzeitig sei die Einordnung vor einer Weltmeisterschaft schwierig. «Wir schiessen nur wenige internationale Liegend-Wettkämpfe und wissen deshalb nie genau, wo wir im Vergleich mit den anderen Nationen stehen.»
Besonders gefreut habe sie sich für Vivien Jäggi. Die Solothurnerin habe im Gewehr 50m liegend vor einigen Jahren noch mehr Mühe bekundet. «In den letzten ein bis zwei Jahren ist sie aber sehr stabil geworden.» Diese Entwicklung habe sich nun auch an der Weltmeisterschaft ausbezahlt.
Die Leistungsdichte an der Spitze sei deutlich höher gewesen als erwartet. «Es ging heute um ganz kleine Details», so Marguet. Besonders dramatisch verlief der Kampf um die Medaillen. Ekaterina Chenikova lag vor dem letzten Schuss noch auf Bronzekurs, fiel dann aber auf Rang vier zurück. «Es war unglaublich spannend bis zum letzten Schuss.»
Die Junioren hätten sich heute schwergetan, ihren Rhythmus zu finden, so Marguet. Die Bedingungen seien deutlich besser gewesen als am Vortag, dennoch hätten Daniel Zürcher und Dorian Saillen nie richtig in den Wettkampf gefunden. «Sie wollten gut schiessen, vielleicht manchmal sogar etwas zu sehr.» Zwar hätten beide zwischenzeitlich gezeigt, was in ihnen stecke, insgesamt fehle aber noch die Stabilität, welche die Juniorinnen auszeichne. «Beide Junioren haben aber gesehen, wohin die Reise geht und was es braucht, um künftig vorne mitzumischen» sagt Marguet.














