Schweizer Schiesssportverband

Eine Niederlage, aber keine Kapitulation

Luca Filippini hat bis zum Schluss für ein Nein zum Waffengesetz gekämpft. Immerhin in seinem Heimatkanton konnte er einen Erfolg feiern.

Luca Filippini hat bis zum Schluss für ein Nein zum Waffengesetz gekämpft. Immerhin in seinem Heimatkanton konnte er einen Erfolg feiern.

Die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben das Waffengesetz deutlich angenommen. SSV-Präsident Luca Filippini zeigte sich – mit einer Ausnahme – enttäuscht über das Resultat, blickte aber nach vorne.

Die Prognosen hatten zwar ein Ja vorausgesagt, Luca Filippini, Präsident der Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz und des Schweizer Schiesssportverbands, und seine Mitstreiter haben aber bis zum Schluss für ein Nein gekämpft. Entsprechend gross war die Enttäuschung im Burgdorfer Restaurant Schützenhaus, wo sich das Abstimmungskomitee am Sonntag, 19. Mai, traf, um miteinander auf die Resultate zu warten. Schnell war klar, dass sich die leise Hoffnung auf ein Nein zerschlagen würde. Ein Kanton nach dem anderen vermeldete zum Teil klare Ja-Stimmen-Anteile für das neue Waffengesetz. Auch Kantone wie Schwyz oder Obwalden, die auf der Schweizerkarte lange rot eingefärbt waren, kippten noch auf die Seite der Befürworter, nachdem die grössten Gemeinden ausgezählt waren.

«Wir werden das Resultat im Detail analysieren», sagte Luca Filippini, noch bevor alle Kantone ausgezählt waren. Die Niederlage gelte es zu akzeptieren. Eine Kapitulation gebe es aber nicht. Filippini blickte sofort nach vorne und appellierte, dass nun am nächsten Wochenende ein Signal gesetzt werden soll – mit einer Rekordbeteiligung am Eidgenössischen Feldschiessen. Er forderte alle Schützenvereine auf, die Werbeanstrengungen zu intensivieren, damit das Feldschiessen zu einer grossen Demonstration der Schweizer Schützentradition wird. Auch wenn das Resultat enttäuschend ausfiel, war Luca Filippini mit der geleisteten Arbeit zufrieden. «Wir haben unser Bestes gegeben», betonte er. «Ich danke allen, die sich im Abstimmungskampf eingesetzt haben. Alle haben hervorragende Arbeit geleistet.»

Eine Arbeit, die nicht abgeschlossen ist. «Nun geht es in die nächste Runde», sagte Filippini. «Wir werden die Ausgestaltung der Verordnung zum Waffengesetz genau verfolgen und unseren Einfluss geltend machen.» Die Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz werde ihre intensive Zusammenarbeit fortsetzen, um für den nächsten Kampf bereit zu sein. Denn schon in zwei Jahren könnte die nächste Abstimmung anstehen. Dann nämlich, wenn die EU die Waffenrichtlinie ein weiteres Mal verschärft und die Schweiz als Schengen-Mitglied zum Nachvollzug verpflichtet wäre.

Den Grund für die Niederlage ortete Luca Filippini einerseits in der von den Befürwortern geschürten Schengen-Hysterie, andererseits sei das Argument der Befürworter, dass sich nichts ändere, auf fruchtbaren Boden gestossen. «Wir werden die Befürworter beim Wort nehmen», kündete Luca Filippini an. «Dieses Versprechen muss eingehalten werden.» SSV-Vorstandsmitglied Walter Harisberger, der wie Vizepräsident Paul Röthlisberger und Geschäftsführer Beat Hunziker in Burgdorf vor Ort war, pflichtete ihm bei. Er sah einen Grund für das deutliche Ja auch in der Positionierung der FDP und CVP. Die bürgerlichen, sonst schützenfreundlichen Parteien hätten sich gegen die Schützen gestellt. «Viele Parteimitglieder und Sympathisanten haben einfach deren Parolen übernommen, ohne sich im Detail über das Waffengesetz zu informieren.»

Einen Erfolg durfte Luca Filippini an diesem Abstimmungssonntag doch noch feiern. Um 14 Uhr färbte sich der erste Kanton auf der Schweizerkarte definitiv rot ein. Das Tessin, Luca Filippinis Heimatkanton, hatte das Waffengesetz mit 54.5 Prozent bachab geschickt. Zum ersten Mal an diesem Nachmittag brandete im Schützenhaus-Saal Applaus auf. Es war Balsam auf die Seele der Schützinnen und Schützen. (van)

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Impressionen vom Abstimmungssonntag

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