Schweizer Schiesssportverband

«Widerstand wird zur Pflicht»

Alle Entscheide an der Delegiertenversammlung der USS Versicherung fielen einstimmig.

Alle Entscheide an der Delegiertenversammlung der USS Versicherung fielen einstimmig.

Die USS Versicherung konnte an ihrer Delegiertenversammlung in Winterthur auf ein positives Jahr zurückblicken. Sorgen bereiten die Unterdeckung gewisser Betriebsgemeinschaften von Schiessanlagen und die kommende Abstimmung vom 19. Mai. USS-Präsident Rudolf Vonlanthen rief in einer flammenden Rede zu einem Nein an der Urne auf.

Die USS Versicherung richtet sich voll und ganz auf die Bedürfnisse der Schützinnen und Schützen aus. Genossenschaftspräsident Rudolf Vonlanthen betonte in seiner Ansprache anlässlich der Delegiertenversammlung vom 26. April im Gate27 in Winterthur, dass es die wichtigste Aufgabe der USS sei, für die Bedürfnisse der Schützenvereine gute Lösungen zu präsentieren. Damit sprach er unter anderem die Rechtsschutz- oder die Kasko-Versicherung an. Mit der Rechtsschutzversicherung sind Schützen beispielsweise rechtlich abgesichert, wenn ihre Waffe beschlagnahmt wird. Mit der Kasko-Versicherung sind Sportgeräte und Vereinsfahnen bei Diebstahl, Beschädigung oder bei Verlust versichert. Doch das Engagement der USS für die Schützinnen und Schützen geht insbesondere in diesem Jahr viel weiter. «Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht», donnerte es von der Bühne in den Saal. Kommt Rudolf Vonlanthen auf die Abstimmung über das Waffengesetz vom 19. Mai zu sprechen, lebt er mit jeder Faser seines Körpers mit. Er rief die 259 Anwesenden, darunter 215 Stimmberechtigte, dazu auf, am 19. Mai ein Nein in die Urne zu legen und im eigenen Umfeld für die Ablehnung des Gesetzes zu werben. Vor einem Jahr sei er zuversichtlich gewesen, dass es nie zu einer Abstimmung kommen werde. «Aber der Bundesrat und das Parlament haben uns zwar gehört, aber nie verstanden», stellte er fest. Das Referendum sei deshalb unausweichlich gewesen.

Auch Geschäftsführer Hans Rudolf Liechti sprach in seinen Ausführungen zur Jahresrechnung 2018 einige negative Punkte aus dem vergangenen Jahr an. So bedauerte er es, dass Meinungsverschiedenheiten zwischen Gemeinden, Schützen und Schützenvereinen immer öfter vor Gericht statt am runden Tisch ausgetragen werden. So landete mittlerweile ein Fall vor Bundesgericht, weil eine Gemeinde ihren Schiessstand nicht für ein Kantonales Schützenfest zur Verfügung stellen will. In einem anderen Fall beschäftigen sich Gerichte mit einem Gehörschaden. Auch deshalb wird die USS Versicherungen die Gehörschutzaktion auch dieses Jahr fortsetzen. «Bereits sind wieder 1000 Stück bestellt worden», so Liechti. Leider habe die Herstellerin aus Grossbritannien derzeit Lieferengpässe. Sorgen bereitet ihm die Verantwortungslosigkeit gewisser Betriebskommission gemeinsamer Schiessanlagen, die keine Versicherung abgeschlossen haben.

Doch des Negativen genug: Das Jahr 2018 verlief für die USS Versicherung ansonsten äusserst positiv. Die Jahresrechnung schloss mit einem Bilanzgewinn von rund 187'000 Franken. Die Prämieneinnahmen beliefen sich auf knapp 596'000 Franken. Davon waren knapp 50'000 Franken Spezialversicherungen, die insbesondere von den Kantonalen Schützenfesten abgeschlossen werden. Der Börsenknick im Dezember 2018 wirkte sich zwar kurzfristig negativ auf die Bilanz aus. Die Verluste konnten aber bereits wieder mehr als wettgemacht werden. Erfreulich waren die Liegenschaftsgewinne in der Höhe von knapp 141'500 Franken. Das Eigenkapital beläuft sich auf rund 7.2 Millionen Franken.

Die Jahresrechnung wurde ebenso einstimmig genehmigt wie der Jahresbericht, das Protokoll und die Wahl der Revisionsstelle. Am Ende war es an Rudolf Vonlanthen verdiente Funktionäre zu verabschieden. Aus dem Kreis der Eidgenössischen Schiessoffiziere, von denen 21 persönlich anwesend waren, durfte er zwei verdiente und engagierte Mitglieder verabschieden. Oberst im Generalstab Hans Wyrsch sowie Oberst Heinz Thalmann haben ihr Amt abgegeben. Sie wurden ebenso geehrt wie die beiden abgetretenen Kantonalpräsidenten Markus Weber (Schwyz) und Heinz Hammer (Solothurn).

Abgeschlossen wurde die Delegiertenversammlung traditionell mit einem Apero und dem Bankett. Und auch dort gilt – wenn auch in abgeschwächter Form – das Motto der USS Versicherungen für das Jahr 2019: «Sicherheit über alles». (van)

Impressionen

Eindrücke von der DV der USS Versicherung

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