Schweizer Schiesssportverband

Rang 7 für Heidi Diethelm Gerber, Platz 4 für Nina Christen

Vor dem Final: Heidi Diethelm Gerber (dritte von rechts) verpasste den Quotenplatz für Tokyo 2020 hauchdünn.

Vor dem Final: Heidi Diethelm Gerber (dritte von rechts) verpasste den Quotenplatz für Tokyo 2020 hauchdünn.

Heidi Diethelm Gerber konnte sich am Weltcup in Peking nach einer Aufholjagd für den Final qualifizieren. Am Ende schaute ein guter 7. Rang heraus. Mit Nina Christen konnte im Dreistellungsmatch Gewehr 50m eine weitere Schweizerin auftrumpfen: Die Weltcupsiegerin von New Delhi verpasste eine Medaille um einen Zehntel und wurde hervorragende Vierte.

Nina Christen (Wolfenschiessen NW) ist nicht zu stoppen: Im zweiten Dreistellungsmatch in der Weltcupsaison 2019 stand die Nidwalderin zum zweiten Mal im Final. Nach ihrem Sieg in New Delhi reichte es in Peking zum hervorragenden vierten Rang. Bronze verpasste sie lediglich um einen Zehntel. Kniend war sie hervorragend gestartet, schoss aber mit einer 9.0 aus. In der ersten Liegend-Passe kassierte sie zwei Neuner und stehend schoss sie mit einer 8.4 an. Das waren ein paar vergebene Zehntel zu viel, um erneut einen Podestplatz feiern zu können.

Bereits in der Elimination Gewehr 50m Dreistellung vom Samstag, 27. April, liessen die Leistungen der drei Schweizer Schützinnen Nina Christen, Vanessa Hofstetter (Neuenegg BE) und Petra Lustenberger (Rothenburg LU) Hoffnungen aufkommen. Als einzige konnte Nina Christen (Wolfenschiessen NW) diese erfüllen. Die Weltcup-Siegerin in dieser Disziplin in New Delhi vor wenigen Wochen kommt mit ihrer neuen Rolle als Mitfavoritin offenbar gut zurecht. Mit 395 Punkten kniend belegte sie in der Qualifikation den zweiten Zwischenrang. Die 395 Punkte liegend waren weitaus besser als noch am Vortag. Der Finalplatz lag damit zum Abholen bereit. Trotzdem kam die Nidwaldnerin nochmals ins Zittern. Mit 383 Punkten stehend schoss sie zwar sehr solid, weil aber einige Konkurrentinnen die 390er-Marke kratzten oder gar übertrafen, kam es zum grossen Zusammenschluss. An der Spitze konnten sich Bae Sang Hee (KOR, 1178), Snjezana Pejcic (CRO, 1177), Jenny Stene (NOR, 1176) und Jolyn Beer (GER, 1175) minim absetzen. Dahinter folgten fünf Athletinnen mit 1173 Punkten. Eine musste über die Klinge springen. Es traf Jeong Mira (KOR), die mit 55 Innenzehnern am wenigsten Mouchen verbuchen konnte. Nina Christen traf fünf Mal mehr ins Zentrum und konnte sich damit Rang 8 sichern. Beeindruckend war die Leistung des norwegischen Teams, das mit Jenny Stene, Katrine Lund und Jeanette Hegg Duestad gleich zu dritt den Sprung in den Final schaffte.

Nicht an ihre Leistungen in der Elimination anknüpfen konnten Vanessa Hofstetter (Neuenegg BE) und Petra Lustenberger (Rothenburg LU). Hofstetter konnte mit 390 Punkten kniend und 397 Punkten liegend um eine Finalqualifikation mitreden, fiel aber mit 375 Zählern stehend zurück. Ihre 1162 Punkte reichten für den 36. Rang. Einen rabenschwarzen Tag erwischte Petra Lustenberger. Mit 386 Punkten kniend war eine Finalqualifikation schon fast unmöglich. Liegend folgten 392 Zähler, womit der Zug endgültig abgefahren war. Stehend war die Luft dann draussen: Mit 372 Punkten verlor sie nochmals ein paar Ränge. Am Ende belegte sie mit 1150 Zählern den enttäuschenden 57. Rang bei 60 Teilnehmerinnen.

 

Beeindruckende Leistung von Heidi Diethelm Gerber

Nach Rang 16 nach der ersten Hälfte der Qualifikation war von Heidi Diethelm Gerber (Märstetten TG) am Sonntag, 28. April, eine Aufholjagd verlangt. Und die routinierte Thurgauerin lieferte: Mit starken 296 Punkten in der Qualifikation stiess sie bis auf Rang 5 vor. «Das war eine Weltklasse-Vorstellung», war Daniel Burger, Leiter Spitzensport beim SSV, des Lobes voll. Mit 587 Punkten blieb sie nur drei Punkte unter dem eigenen Schweizerrekord. Auf die Qualifikationsbeste Monika Karsch (GER) verlor sie sechs Zähler. Hinter der dominierenden Deutschen lagen die Athletinnen eng beieinander. Dabei waren die Bedingungen in Peking alles andere als einfach. Es gibt doch Angenehmeres, als bei 10 Grad Celsius im Schiessstand stehen zu müssen.

Im Final verlor Heidi Diethelm Gerber zusammen mit Céline Goberville (FRA) und Tien Chia Chen (TPE) etwas den Anschluss zum Rest des Feldes. Nach der vierten Serie lag sie gemeinsam mit Goberville am Ende der Rangliste. Mit einem Sieg im Shoot-off konnte Heidi Diethelm Gerber den Kopf nochmals aus der Schlinge ziehen. In der fünften Serie hätte die Olympia-Dritte in dieser Disziplin drei oder vier Treffer benötigt, um weiter im Wettkampf zu verbleiben. Sie verbuchte aber nur zwei Punkte, gleich viele wie Konkurrentin Tien Chia Chen, die damit Heidi Diethelm Gerber auf den 7. Rang verwies. Um die Podestplätze lieferten sich Maria Grozdeva (BUL), Veronika Major (HUN), Anna Korakaki (GRE) und Monika Karsch (GER) ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Letztlich setzte sich Grozdeva mit 36 Treffern vor Major mit 35 Punkten durch. Bronze ging an Anna Korakaki, Monika Karsch ging leer aus.

Für Daniel Burger hat die hervorragende Leistung von Heidi Diethelm Gerber einen Wermutstropfen: «Den angestrebten Quotenplatz für Tokyo 2020 konnte sie leider nicht erreichen. Als erste Athletin ging sie leer aus.» Lange hadern mochte Daniel Burger aber nicht. «Das Gute überwiegt, hat Heidi doch einmal mehr gezeigt, welche Klasse sie hat. Beim zweiten Weltcup in dieser Saison stand sie zum zweiten Mal im Final.» (van)

Galerie

Impressionen aus der Finalhalle in Peking

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