Fédération sportive suisse de tir

Starker Auftakt von Heidi Diethelm Gerber

Heidi Diethelm Gerber und Jan Lochbihler konnten am ersten Tag des ISSF Weltcups in München überzeugen. Weniger gut lief es den Frauen im Luftgewehr-Wettkampf.

Auftakt nach Mass für Heidi Diethelm Gerber (Märstetten TG): Die Thurgauerin reihte sich im Präzisions-Teil des Wettkampfs mit der Sportpistole 25m mitten in der Weltspitze ein. Mit 293 Punkten liegt sie im Zwischenklassement auf dem hervorragenden 5. Rang. Am Montag folgt der Schnellfeuer-Teil, in dem Heidi Diethelm in der Regel Ränge auf die Konkurrenz gutmacht. Eine Finalqualifikation scheint angesichts dieser Ausgangslage in Reichweite. Allerdings braucht es erneut eine Weltklasseleistung der Olympia-Bronzemedaillengewinnerin in dieser Disziplin, denn die Athletinnen liegen extrem nahe beieinander. Die ersten Dreissig dürfen sich alle noch Finalchancen ausrechnen.

 

Gewehr 10m Frauen: Schweizerinnen landen im Mittelfeld

Weniger gut gelang der Start in den Weltcup München den Luftgewehr-Damen. Sie mussten in einem hochstehenden Wettkampf mit Rängen im Mittelfeld vorliebnehmen. Für eine Finalqualifikation wären 630.0 Punkte nötig gewesen. Nina Christen (Wolfenschiessen NW) hätte ihren eigenen Schweizerrekord um einen ganzen Punkt verbessern müssen, um zu den besten Acht zu gehören. Das gelang ihr bei weitem nicht. Mit 623.7 Punkten klassierte sie sich auf dem 65. Rang. Damit war sie beste Schweizerin. «Nina klagte über Rückenschmerzen», sagt Daniel Burger, Leiter Spitzensport beim Schweizer Schiesssportverband. «Damit war es ein unmögliches Unterfangen, in den Final einzuziehen. Gerade auch angesichts der neuen Sphären, die mit den 630.0 Punkten für den Finaleinzug gesetzt wurden.» Vanessa Hofstetter (Neuenegg BE) zeigte einen soliden Wettkampf. 622.0 Punkte reichten für den 85. Platz. «Sie hat gut begonnen und sich nach 30 Schüssen entschieden, die Pace etwas zu erhöhen. Im Nachhinein war das ein falscher Entscheid», so Daniel Burger. Petra Lustenberger (Rothenburg LU) kam in den ersten drei Passen nicht richtig in die Gänge. «Sie kämpfte mit Muskelverspannungen», sagt Daniel Burger. «Sicher auch zurückzuführen auf den Druck und die Nervosität. Erst nach der Hälfte des Wettkampfs liess der Druck nach.» Die Aufholjagd in den letzten 30 Schuss kam zu spät. 618.8 Punkte und Rang 106 ist nicht das, was sich Petra Lustenberger vorgestellt hat. Mit Muriel Züger war in München eine vierte Schweizerin am Start. Sie trat ausser Konkurrenz (MQS) an und erzielte 621.8 Punkte. «Ihr Start und die letzte Passe haben gezeigt, dass sie grosses Potenzial hat», lobt Daniel Burger.

Der Sieg ging an die Inderin Apurvi Chandela mit 251.0 Punkten. Sie setzte sich mit zwei Zehnteln Vorsprung vor Wang Luyao aus China durch. Mit Xu Hong sicherte sich eine weitere Chinesin den dritten Rang.

 

Gewehr 50m Dreistellung Männer: Schweizerrekord für Jan Lochbihler

Einen hervorragenden Wettkampf zeigte Jan Lochbihler (Holderbank SO). In der ersten Ablösung der Elimination Gewehr 50m Dreistellung schoss er 1183 Punkte und verbesserte damit den eigenen Schweizerrekord um drei Zähler. Die Basis zu diesem sensationellen Ergebnis legte er in den 40 Kniend-Schüssen. Mit 398 Punkten war er nahe an der Perfektion. Liegend liess er in keiner Weise nach und legte 399 Zähler drauf. Mit diesen Werten war der Solothurner auf Weltrekord-Kurs. «Stehend kam er angesichts dieser Perspektiven etwas ins Grübeln», analysiert Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport im SSV. Für einen Weltrekord reichte es nicht mehr. Doch stehend kamen weitere starke 386 Zähler hinzu. Die 1183 Punkte reichten zum vierten Rang in der ersten Ablösung und zum nationalen Rekord. Vor ihm waren die punktgleichen Henrik Larsen (NOR) und Marco de Nicolo (ITA) platziert, die mehr Innenzehner verbuchen konnten. Noch etwas besser war der Chinese Zhao Zhonghao mit 1186 Punkten. Die Qualifikation für den Hauptwettkampf vom Montag war mit dieser Leistung natürlich nur Formsache. «Die neue Schiessbekleidung und eine Anpassung im Munitions-Setting haben Wirkung gezeigt», freut sich Daniel Burger.

Auch Christoph Dürr (Gams SG), der in der zweiten Ablösung der Elimination angetreten war, konnte sich für den Hauptwettkampf vom Montag qualifizieren. Der St. Galler war kniend und liegend hervorragend unterwegs. In der zweiten Stehend-Passe kassierte er einen 7er. Danach lief es ihm nicht mehr ganz rund. Mit 1163 Punkten blieb ihm der 30. Rang in der zweiten Ablösung. Das reichte fürs Weiterkommen. (van)

 

swissolympic-member.png