Schweizer Schiesssportverband

«Wir sind auf Kurs»

Politik und Schiessen vereint: (vl) Regierungsrat Peter Peyer, Standespräsidentin Aita Zanetti und BSV-Präsident Carl Frischknecht.

Politik und Schiessen vereint: (vl) Regierungsrat Peter Peyer, Standespräsidentin Aita Zanetti und BSV-Präsident Carl Frischknecht.

An der Delegiertenversammlung in Salouf war der Aufmarsch sehr gross. Nebst den 130 Delegierten war die Politik sehr stark vertreten. In den nächsten Jahren wird der Dachverband der Bündner Schützen wohl weitere Mitglieder verlieren. Neu im Vorstand wird Luca Bornhauser Einsitz nehmen. Er ersetzt die abtretende Finanzchefin Erika Loretz.

Grossaufmarsch an der 142. Delegiertenversammlung des Bündner Schiesssportverbandes (BSV) in Salouf. Das Interesse für den Anlass war nicht nur seitens der Delegierten sehr gross, sondern auch von den Vertretern der Politik. Selten hat man an einer Delegiertenversammlung des BSV so viele Mandatsträger aus der kantonalen Politik gesehen. Dies zeigt wohl auch ihre Nähe zum Schiesssport, was vor allem BSV Präsident Carl Frischknecht freute. Nach zwei Jahren schriftlicher Delegiertenversammlungen wegen der Pandemie, freute sich die ganze Schützenfamilie auf ein Wiedersehen. An der Delegiertenversammlung, welche von der Uniun da tiradours Surses mit viel Herzblut organisiert wurde, hat man auch dem jungen Schützen - welcher in Trun sein junges Leben durch einen tragischen Unfall verloren hat - gedacht. Beim Präsidenten des BSV, bei den Personen des Vorstandes, bei den Delegierten aber auch bei den Politikern und Politikerinnen war die Anteilnahme für die betroffene Familie sehr stark spürbar.

Lob für die Ausbildung der Jungschützen
Zu Wort kam an der Delegiertenversammlung 2022 auch Leo Thomann, der Gemeindepräsident der Gemeinde Surses. Er bedankte sich, dass der BSV Surses bzw. Salouf als Austragungsort der Delegiertenversammlung gewählt habe. Die Gemeinde verfüge neu mit der Anlage in Rona über einen einzigen Schiessstand, was auch sinnvoll sei. Die Schiessanlage sei nicht nur ein Verdienst der fusionierten Schützengesellschaften, sondern auch der Jägersektion Surses und der Gemeinde Surses. Alle hätten dabei auch viel Frondienst geleistet, betonte Thomann. Gesprochen zu den Schützen und Gästen hat auch Aita Zanetti, die Standespräsidentin. Sie überbrachte den Anwesenden die Grüsse im Namen des Bündner Parlaments. Sie fragte sich, wie viele Benedikt Fontanas es noch heute wohl gebe? Der aus Salouf stammende Kämpfer war der Held an der Calvenschlacht 1499 in Müstair und ist dabei gestorben. Zanetti lobte vor allem die Ausbildung der Jungschützen, lernen diese dabei den Umgang mit einer Waffe, was Sicherheit bedeute, Geduld zu haben, Verantwortung zu tragen, was Erfolg und Niederlage bedeuten und was Gemeinschaft und Geselligkeit sein kann.

Das richtige Augenmass
Regierungsrat Peter Peyer kondolierte anfangs seiner Rede den Familien, welche betroffen sind vom tragischen Unfall mit einer Waffe in Trun. Er wünschte den Familien viel Kraft für den gemeinsamen Leidensweg. Das Schiessen habe viele Gemeinsamkeiten zur Politik. Da brauche es - wie im Schiessstand - das richtige Augenmass, um den Druck zu bewältigen, viel Übung und nicht zuletzt, Werte zu schätzen. Ebenso brauche man beim Schiessen Respekt, Vertrauen, ein solider Umgang mit Waffen und auch die Teamarbeit dürfe, wie in der Politik, nicht fehlen, so Peyer.  

Krieg in Europa
Divisionär Lucas Caduff, er sagte er freue sich immer, an der Delegiertenversammlung des BSV dabei zu sein. Tradition, Freundschaften und Begegnungen treffen da aufeinander. Deshalb gehöre die Delegiertenversammlung zu einem der schönsten Momente als Divisionär. Ein Virus und ein Krieg: beide zerstören die Stabilität eines Landes, der Menschen und allen Betroffenen. Caduff sagte, die Armee verfolge die Lage in der Ukraine sehr genau. Der Divisionär meinte, zum Zeitpunkt glaube er auch nicht an einem Waffenstillstand im Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Aber: «Ich rechne nicht mit einem totalen Krieg in Europa, wegen der Lage in der Ukraine». Martin Bühler, der Leiter des Amts für Militär und Zivilschutz sagte, die Sicherheit werde wieder viel wichtiger. Die Schützenvereine aber auch die Gemeinden sollen sich von Polemiken wie Lärmschutz nicht so bestimmen lassen. Jöri Kaufmann, der Eidgenössische Schiessoffizier, gehe in die wohlverdiente Pension, sagte Bühler. Sein Nachfolger werde Filip Dosch sein. Seine Wahl müsse jedoch noch von Bundesrätin Viola Amherd und ihrem Departement bestätigt werden.

Alles geht nach Plan
Nationalrat Martin Candinas, der OK Präsident des Eidgenössischen Schützenfestes 2026 in Chur/Graubünden sagte, der BSV sei auf Kurs mit dem Plan, den Anlass zu organisieren. Der Trägerverein ist gegründet, das Kern-OK steht, die verschiedenen Ressorts sind fast alle besetzt und die 25 Schützengesellschaften, welche Interesse haben, auf ihrem Stand das ESF 2026 durchzuführen, werde man Ende Sommer definitiv kontaktieren. Zudem werde die Homepage des Anlasses bald aufgeschaltet, Passion und Tradition, so laute das Motto des Schiessanlasses mit gegen 40'000 Schützen und Schützinnen. Auf Kurs ist man in Südbünden auch mit der Organisation des Kantonalen Schützenfestes 2024, wie die OK Mitglieder Mario Feuerstein und Attilio Tam berichtet haben.

Wiederwahl von zwei Vorstandsmitgliedern
Hubert Tomaschett, Chef Match und Leistungssport, so wie Rudolf Schwendeler, Leiter Nachwuchs und Ausbildung Jungschützenwesen, wurden in ihrem Amt bestätigt. Erika Loretz, welche sich seit 2011 zuverlässig um die Finanzen des BSV kümmerte, wird aus dem Vorstand verabschiedet und ist neu Ehrenmitglied des BSV. An ihrer Stelle übernimmt Luca Bornhauser das Ressort Finanzen des BSV. Als ständiger Ehrengast an den Delegiertenversammlungen des BSV wird in Zukunft Kurt Veraguth eingeladen. Wie Frischknecht an der Delegiertenversammlung berichtet hat, wird der BSV in den nächsten Jahren eine Anzahl Mitglieder verlieren, aber auch Vereine wegen Auflösung der Vereine oder Fusionen der Schützengesellschaften. Auch werde die Suche nach neuen Sponsoren nicht einfacher werden, so Frischknecht. Musikalisch umrahmt wurde die Delegiertenversammlung von der Musica instrumentala Salouf Mon Stierva. (Gion Nutegn Stgier)

 

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