Schweizer Schiesssportverband

Zum Jubiläum zurück in der Schweiz

Die Pistolenschützen der British Alpine Rifles.

Die Pistolenschützen der British Alpine Rifles.

Viel schwarzer Humor und rund 100 Wettkämpfe: Pünktlich zum 25-jährigen Geburtstag konnten die British Alpine Rifles ihre Wettkämpfe endlich wieder unter normalen Bedingungen bestreiten.

«Es ist so fantastisch, absolut fantastisch. Unser Willkommensein in der Schweiz war wunderschön, wirklich», sagt Richard Munday, Präsident der British Alpine Rifles, in astreinem Deutsch und einem charmanten britischen Akzent beim Nachmittagstee. Der Gründer des englischen Schiessvereins, ist mit 60 Schützinnen und Schützen ins Berner Oberland gereist, um das 25-jährige Bestehen des Clubs zu feiern. Beim Gedanken an das letzte Vierteljahrhundert, kommt der sympathische Brite ins Schwärmen. «Wir haben in der Schweiz all die Jahre immer eine gute Zeit gehabt und viele gute Freunde gefunden. Es könnte nicht besser sein.»

Internationale Freundschaft
Hintergrund der British Alpine Rifles war das Waffengesetz, welches Grossbritannien - nach einer Schiesserei in Schottland - massiv verschärfte. Dabei wurde unter anderem der Privatbesitz von Faustfeuerwaffen verboten, was für die Briten das Ende vom Pistolenschiessen bedeutete. «Das neue Waffengesetz war auch im Parlament sehr umstritten. Unter den Gegnern war sogar der damalige Staatsanwalt, der dann unserem Club beitrat sowie der Chefredaktor des «Daily Telegraphs». Auch er ist Ehrenmitglied der British Alpine Rifles.»
Munday hat eine ganz besondere Verbundenheit zur Schweiz. Im Rahmen einer akademischen Forschungsarbeit, reiste der Engländer in den 1980er Jahren nach Bern, um sich in der Eidgenössischen Militärbibliothek und dem Schützenmuseum über das Schweizer Schiesswesen zu informieren. Durch diese Quellen knüpfte er viele Kontakte zur Schweizer Schiessszene und erfuhr viel über das damalige Schweizer Waffenrecht. Nach der Verschärfung der britischen Gesetzgebung fasste Munday einen Entschluss: Die Gründung eines britischen Schützenvereins, der in der Schweiz Wettkämpfe mit Waffen durchführen darf, die in England verboten sind. Das war vor 25 Jahren.

Jede Menge britischer Humor
Die Wettkämpfen in der Schweiz  sind äusserst vielfältig: Neben traditionellen und militärischen Wettkämpfen, schiessen die Briten auch mit Waffen aus dem 19. Jahrhundert. Und auch ein bisschen Monty Python darf nicht fehlen: Die British Alpine Rifles messen sich in allerlei skurrilen Disziplinen. Eine davon das Veteranenschiessen «Tempus Fugit», was so viel heisst wie «die Zeit rennt». Dabei kommt eine Gehhilfe zum Einsatz. Wie man mit dieser umgeht, hätte er einem der ältesten Clubmitglieder erst erklären müssen. Dieser war damals 85 Jahre alt, erklärt Richard Munday: «Ich sagte ihm: Colin, du musst die Gehhilfe richtig benützen, du darfst nicht damit rennen. Es war wirklich lustig anzuschauen.»
«Thun 95» heisst eine weitere Wettkampfdisziplin, ein 300m Gewehr-Programm, welches an das Eidgenössische Schützenfest in Thun im Jahr 1995 angelehnt ist und an den damaligen OK-Präsidenten Richard Gasser erinnern soll: «Er hat uns damals stark unterstützt und war unser Ehrenmitglied. «Er mochte Grappa. Deswegen trinken wir am Ende des Tages immer ein Glas Grappa auf sein Wohl», so der Gründer der British Alpine Rifles.

Auf zum Oberländischen
Seinen Schiessurlaub in der Schweiz, macht der englische Schützenclub für gewöhnlich jeweils eine Woche im Frühling und eine im Herbst. Im Jubiläumsjahr ist alles anders. «Dieses Mal sind wir zehn Tage da», so Munday. «Sonst kommen wir extra in der Zwischensaison, weil es da einfacher ist, Unterkünfte zu finden. Weil wir es mit dem Oberländischen Schützenfest verbinden wollten, sind wir dieses Jahr im Sommer hier». Weitere Infos

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