Federazione sportiva svizzera di tiro

2022: Jahr der Normalität?

An der 19. DV des Walliser Schiessportverbandes WSSV in St. Léonard, zog sich das Wort «Normalität» wie ein roter Faden durch die gut zweistündige Versammlung, welche von Präsident Jérôme Guérin speditiv geleitet wurde.

Bis 2003 hiess der 1899 gegründete Verband «Walliser Kantonalschützenverband (WKSV)» und umfasst 2022 die stolze Zahl von 4186 Sportschützinnen und -schützen jeden Alters. Die vielen neuen Jungschützen und Jugendlichen (plus 87) vermochten den Rückgang in allen Disziplinen - 10 bis 300 Meter - auf minus 16 zu beschränken. Ein Rückgang, der nicht nur Corona zugeschrieben werden darf, sondern auch der immensen Artenvielfalt heutiger Freizeitangebote.

Zwei Vereine, der MSV Embd sowie Sierre le Stand, mussten leider ihre Auflösung bekanntgeben.  Ein Verein in einem Bergdorf und der andere in der Sonnenstadt Siders. Gründe? Lärmbelastung und rege Bautätigkeit.

Ferrari,  Truffer, Henzen
Gerade der erwähnte boomende Nachwuchs stimmt die Walliser Schützenwelt jedoch optimistisch: Fiona Ferrari, eine 18-jährige Juniorin, Pistolenschützin aus Liddes, erreichte an der SM 10m anfangs März den 6. Finalrang in der Kategorie U19/U21, um nur ein positives Beispiel zu nennen. Fiona schiesst ihre vielen Zehner buchstäblich «mit links», also mit dem linken Arm.
Auch bei den «Mittelalterlichen» gab es an der SM 10m einen Meistertitel zu feiern, denjenigen von Andreas Truffer (56, Sportschützen Visp-Eyholz) in der Kategorie Luftpistole Auflage Senioren.
Und beim Aufsteiger in die Nationalliga B, Kleinkaliber Visp-Eyholz, ist der 72-jährige Seniorveteran Alwin Henzen eine Leaderfigur.
Der zum Glück skandalfreie Schiesssport ist also durchaus mit Erfolg vom Enkel bis zum Opa praktizierbar.

Kaufmann und Sabino neu im Vorstand
Susanne Kaufmann aus Bürchen, Aktivschützin Kleinkaliber, nimmt neu Einsitz im grossen Vorstand und wird etappenweise das zeitaufwändige Zentralsekretariat von Tanja Roh übernehmen.
Der Unterwalliser Schütze Miguel Sabino wird unter anderem neuer kantonaler Kommunikationsbeauftragter und ersetzt den Visper Francis Pianzola, der neun Jahre Presseverantwortlicher des WSSV im Oberwallis war und  Schiessen vor allem als Konzentrations- und Präzisionsportart bekannt machen wollte. Nach 545 Berichten ist für Pianzola definitiv Schluss mit Schreiben.
Gespannt sind die Walliser Schützinnen und Schützen auf die von Präsident Guérin angekündigte interne Reorganisation, deren Details im Verlauf des Jahres veröffentlicht werden sollen.

Kommende Schützenfeste
Im Juni 2022 wird das Eidgenössische Schützenfest der Kleinkaliber Veteranen (ab 55 J.) im schwyzerischen Steinen stattfinden.
Im Juni 2023 geht im Raum Bagnes bis Lac Léman auf neun Anlagen endlich das Walliser Kantonale Schützenfest 300m, KK 50m, und Pistole 50/25m über die Bühne. Erwartet werden 10’000 Schiesssportbegeisterte. Das 17-jährige Warten auf einen kantonalen Grossanlass hat damit ein Ende.
2025 findet das Eidgenössische Jugendschützenfest im Raum Chablais statt und wird von zwei Kantonen organisiert: Waadt und Wallis!

Zurück zur Normalität
In seinem Jahresbericht erklärt der oberste Walliser Schütze Jérôme Guérin auch noch, was er unter Normalität im Schiesssport versteht: Zentrale Präsenzveranstaltungen, sprich Wettkämpfe unter Kameraden, und nicht dezentrale Fernduelle.
Die sage und schreibe 73 Mitglieder des Dorfvereins «Goldminen Gondo-Zwischbergen» mit seinen zwei Scheiben 300m werden in Guérins Sinne bestimmt zusätzliche Schiesstage einführen. (Francis Pianzola)

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