Federazione sportiva svizzera di tiro

184. DV des Thurgauer Kantonalschützenverbandes

Die den Heimvorteil geniessende mit dem Fahrrad angereistethurgauer Regierungspräsidentin Cornelia Komposch votierte in ihrer Grussbotschaft für ein Ja zur Übernahme der EU-Waffenrichtlinie. Von den weiteren Rednern wehte ihr ein eisiger Wind entgegen.

Der Präsident des Thurgauer Kantonalschützenverbandes (TKSV), Werner Künzler, konnte in der Feldbachhalle in Steckborn 224 Stimmberechtigte zur 184. Delegiertenversammlung begrüssen. Die statutarischen Geschäfte passierten grossmehrheitlich ohne Gegenstimmen. Auch die vorgeschlagenen Änderungen in den Statuten wurden ohne Gegenstimme mit dem erforderlichen 2/3 Quorum genehmigt. Der Antrag des Vorstandes, den Geschäftsbericht nur noch auf spezielle Bestellung in gedruckter Form abzugeben, vermochte gerade 29 Gegenstimmen auf sich zu vereinen. Mit der Wahl von Roland Giger, Mitglied des Schützenvereins Kreuzlingen, als Kassier, konnte eine Vakanz im Vorstand neu besetzt werden.

Nachdem sich die Regierungspräsidentin Cornelia Komposch mit dem Aufruf zu einem Nein gegen das Referendum zur Übernahme der EU-Waffenrichtlinie in die Höhle des Löwen gewagt hatte, zeigten die weiteren Redner, Paul Röthlisberger, Vizepräsident des Schweizerischen Schiesssportverbandes (SSV), Hanspeter Kellerhals, Divisionär a. D. und Patronatspräsident des Eidgenössischen Schützenfestes für Jugendliche, Dominik Knill, Präsident der Kantonalen Offiziersgesellschaft und Erwin Imhof als kantonaler Vertreter des nationalen Referendumskomitees den Anwesenden auf, die gravierenden Folgen die Übernahme der EU-Waffenrichtline für die Schützen bringen würde. So würde zum Beispiel der Erwerb eines neuen Magazins mit einer Kapazität von 20 Patronen oder ein Laufersatz nur noch mit einer Ausnahmebewilligung, Kostenpunkt Fr. 100.--, möglich. Diese Aussage rüttelte die Anwesenden auf, denn nach drei bis fünf Jahren muss jeder Schütze den Lauf seines Sportgerätes ersetzen und das Magazin hat nach einer gewissen Anzahl Schüsse ebenfalls ausgedient.

Dass mit der Übernahme der Richtlinie die Überprüfung der Wirkung der Massnahmen nach fünf Jahren automatisch eine weitere Verschärfung mit sich bringen würde, da die Massnahmen gar keine Wirkung entfalten können, zeigt auf, dass der schweizerische Nationalsport Schiessen mit der Übernahme der EU-Waffenrichtlinie mittelfristig untergehen, dagegen aber kein einziger Terroranschlag verhindert würde. Alle Redner wiesen deutlich darauf hin, dass es nicht im Interesse der EU sein könne, bei einer Verweigerung der Übernahme der EU-Waffenrichtlinie die Schweiz aus dem Schengen-Dublin Raum auszuschliessen und dieses immer wieder genannte Szenario reine Angstmacherei sei. Auch für die EU ist es nicht erstrebenswert, auf der Landkarte einen weissen Fleck ausserhalb dieses Abkommens zu führen.

Nach den sehr dezidierten mahnenden Worten und dem Aufruf an die Schützinnen und Schützen, am 19. Mai 2019 ein Nein zum Entwaffnungsdiktat der EU in die Urne zu legen und alle Verwandten und Bekannten zu ermuntern, es ihnen gleich zu tun, konnte Paul Röthlisberger als Vertreter des SSV Erfreuliches verkünden. An der erstmals durchgeführten Gruppenmeisterschaft Gewehr 300 m U21 / E+, zwei Schützinnen resp. Schützen unter 21 Jahren mit zwei Schützinnen und Schützen in der Elitekategorie konkurrieren als Team um Rang und Titel, haben die Schützinnen und Schützen der Schützengesellschaft Mauren-Berg am Final in Emmen den dritten Rang erreicht. Sarina Hitz (96 Punkte) und Michael Heierli (93) in der Elitekategorie sowie Cheyenne Eugster (91) und Marina Heierli (89) in der Nachwuchskategorie haben zu diesem Erfolg beigetragen. Sie wurden vom Vizepräsidenten des SSV mit den Broncemedaillen ausgezeichnet.

Ebenfalls Erfreuliches konnte der OK-Präsident des im vergangenen Jahr stattgefundenen Thurgauer Kantonalschützenfestes im Hinterthurgau (TKSF2018) vermelden. Mit 6’966 Teilnehmerinnen und Teilnehmern kann das Fest als Grosserfolg in die Geschichtsbücher eingetragen werden. Bruno Lüscher nannte unter anderen als Höhepunkte den Olma Umzug im Jahr 2017 und auch den offiziellen Tag mit Bundesrat Ueli Maurer. Pünktlich zur Delegiertenversammlung konnte er dem Verbandspräsidenten den Schlussbericht des Festes übergeben. Für seinen Einsatz und seine grosse Arbeit wurde Bruno Lüscher mit der Ehrenwappenscheibe des TKSV ausgezeichnet.

Eine besondere Auszeichnung wurde einem weiteren Mitglied des OK TKSF2018 zuteil. Mit Martin Stadler hatte sich für das Fest ein versierter Finanzchef zur Verfügung gestellt. Als Nichtschütze und erst noch im Kanton St. Gallen wohnhaft, hat er vor und während des Festes das Ressort hervorragend und umsichtig geleitet und damit einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg beigetragen. Für dieses Wirken wurde Martin Stadler vom Ehrenpräsidenten Adolf Josef mit der von ihm gestifteten Ehrenmedaille des TKSV ausgezeichnet.

Der von der Stadt Steckborn zum Schluss der Versammlung offerierte Nussgipfel entschädigte die Delegierten ein klein wenig für den halben Tag, welchen sie bei schlechtem Wetter zu Gunsten des Schiesswesens investiert hatten. (Rup)

 

Bilder

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