Schweizer Schiesssportverband

Drei Medaillen zum Abschluss

Die erfolgreiche Schweizer 300m-Delegation an den Europameisterschaften.
(Bild: Alain Guignard)

Die erfolgreiche Schweizer 300m-Delegation an den Europameisterschaften. (Bild: Alain Guignard)

Im letzten Wettkampf an den Europameisterschaften in Tolmezzo gab es gleich drei Medaillen für die Schweiz: Andrea Brühlmann gewann mit dem Gewehr 300m 3x40 Silber, Silvia Guignard folgte einen Rang dahinter auf dem Bronzeplatz. Zusammen mit Marina Schnider gab es für die Schweizerinnen zudem Team-Silber. Die Männer blieben im Einzelwettkampf Gewehr 300m 3x40 ohne Medaille. Der überzeugende Auftritt von Sandro Greuter wurde mit dem 6. Rang belohnt.

 

Gewehr 300m 3x40 Frauen: Nur die Goldmedaille hat gefehlt

Der Wettkampf Gewehr 300m 3x40 der Frauen hielt, was die Affiche versprach: Es kam zum erwarteten Zweikampf zwischen den Schweizerinnen und den deutschen Schützinnen – sowohl in der Einzel- als auch in der Teamwertung. Zum Bedauern des Schweizer Teams beide Male mit dem besseren Ende für den grossen Nachbarn. Nach den Kniend- und Liegend-Passen waren die Deutsche Jolyn Beer und Silvia Guignard (Zürich) der Konkurrenz etwas voraus. Nur zwei Punkte trennten das Duo. In Lauerstellung befand sich mit Andrea Brühlmann (Egnach TG) auch eine Schweizerin. Dieses Trio machte am Ende denn auch die Medaillen unter sich aus. Jolyn Beer baute mit einem starken Stehendschiessen ihren Vorsprung auf Silvia Guignard auf sechs Punkte aus. Mit 1181 Zählern durfte sie den Europameistertitel feiern. Silvia Guignards 1175 Punkte reichten am Schluss zu Bronze, weil Andrea Brühlmann mit einer überzeugenden Leistung insbesondere in der letzten Stehend-Passe (99) ihre Teamkollegin noch um ein Pünktchen abfing. Die 1176 Punkte bedeuten gleichzeitig neuen Schweizerrekord. Auch Marina Schnider (Ennetbürgen NW) war lange Zeit auf Tuchfühlung mit den Medaillen. Ihr wurde die letzte Stehend-Passe zum Verhängnis, in der sie «nur» 91 Punkte verbuchen konnte. Mit 1166 Zählern fiel sie auf den 8. Rang zurück.

Noch enger als in der Einzelwertung war der Zweikampf Schweiz-Deutschland in der Teamwertung. Lange schien es, als ob die Schweiz Gold für sich beanspruchen könnte. Am Schluss fehlten zwei mickrige Pünktchen (oder ein Pünktchen und ein paar Innenzehner) für Gold. Das deutsche Trio mit Jolyn Beer (1181), Lisa Müller (6., 1171) und Eva Roesken (7., 1166) totalisierte 3518 Punkte (138 Innenzehner), die Schweiz kam auf 3517 Zähler (126 Innenzehner). Ein wenig trösten können sich die Schweizerinnen mit einem neuen Schweizerrekord. Die alte Marke wurde um 16 Punkte verbessert. 

Fast wäre es doch noch zu einem goldenen Abschluss für die Schweiz gekommen: die Schweizer Delegation reichte nach dem Wettkampf Protest gegen das deutsche Team ein, weil bei der Nachkontrolle der Schiessjacke von Jolyn Beer nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Der Protest wurde von der Jury aber abgewiesen.

 

Gewehr 300m 3x40 Männer: Starker Auftritt von Sandro Greuter

Die 18 besten Dreistellungs-Gewehrschützen schossen im Einzelwettkampf am Schlusstag der Europameisterschaften in Bologna und Tolmezzo wie schon tags zuvor im Teamwettkampf und der Elimination auf höchstem Niveau. Dabei waren die Bedingungen insbesondere morgens um 8.15 Uhr zu Wettkampfbeginn alles andere als einfach. Grelles Licht und Schatten wechselten sich ständig ab. Bedingungen, die Gilles Dufaux (Granges-Paccot FR) dazu bewogen, zunächst abzuwarten. Das zahlte sich zumindest teilweise aus. Im Vergleich zum Vortag konnte er sich von 1175 auf 1178 Punkte steigern. Angesichts der bärenstarken Konkurrenz reichte dies jedoch «nur» zum 12. Rang. Einen Rang dahinter klassierte sich Jan Lochbihler (Holderbank SO). Nach den Kniend- und Liegend-Passen lag der Solothurner gar auf Medaillenkurs. In den Stehend-Passen zollte Lochbihler aber seinem EM-Mammutprogramm Tribut. Er schloss den Wettkampf mit 1175 Punkten ab. Dafür trumpfte Sandro Greuter (Heiligkreuz SG) gross auf. Mit 393 Punkten kniend und 395 Punkten liegend war er noch nicht ganz vorne anzutreffen. Stehend blies er zur Aufholjagd und machte mit 392 Punkten Ränge gut. Seine 1180 Zähler (51 Innenzehner) trugen ihm als Lohn den 6. Rang ein, punktgleich mit dem fünftplatzierten Istvan Peni (HUN. 58 Innenzehner) und dem auf dem siebten Platz klassierten Aleksi Leppä (FIN, 49 Innenzehner). Neuer Europameister wurde Simon Claussen (NOR), der lange auf Weltrekordkurs war und erst in den letzten beiden Stehend-Passen den einen oder anderen Punkt zu viel verlor. Mit 1186 Punkten (64 Innenzehner) liess er Bernhard Pickl (AUT, 1183, 55 Innenzehner) und Peter Sidi (HUN, 1183, 42 Innenzehner) dennoch deutlich hinter sich. Schlagen lassen musste sich Simon Claussen nur in einer Hinsicht: Jan Lochbihler hatte mit 66 Mouchen noch mehr Zentrumstreffer zu verzeichnen als der neue Europameister. Doch dafür gibt’s leider keine Medaille. (van)

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Impressionen von der EM in Tolmezzo

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